Jedes Gebäude erlebt innerhalb seiner Lebensdauer mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% mindestens ein Extremregenereignis. Mit fortschreitendem Klimawandel wird die Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen, da wärmere Luftmassen mehr Wasser speichern.

In den letzten Jahren haben Regenintensität, -häufigkeit und -dauer zugenommen, während gleichzeitig die Versiegelung von Flächen gewachsen ist. In Münster und Essen fielen 2014 binnen sieben Stunden bis zu 300 l/m2 [1], im Allgäu fielen im Juni 2024 über weite Gebiete über 200 l/m2 in fünf Tagen [2] und kürzlich fielen in Mönchengladbach 100 l/m2 Regen [3]. Die Katastrophe im Ahrtal 2021 wurde dagegen durch 150 l/m2 in 48 Stunden ausgelöst, da die Geländeverhältnisse und der enge Lauf der Ahr Hochwasser besonders begünstigen.

Starkregen und Dauerregen stellen ein Risiko für Menschen und Sachwerte dar. Bei Hochwasser können tieferliegende Gebäudeteile, z.B. Keller und Tiefgaragen, zur Falle werden. Ab einem Wasserstand von 25 cm werden Autos beschädigt. Das ist in Tiefgaragen bei überlasteter Drainage schnell erreicht und führt dann zu großflächigen Sachschäden oder im Extremfall zur Falle für Personen. In Münster kamen zwei Menschen ums Leben, einer wurde von den Wassermassen im Auto überrascht, die andere Person im Keller [4].

Die Gefährdung durch starkregeninduziertes Hochwasser hängt maßgeblich von der Lage und den örtlichen Gegebenheiten ab (z.B. Versiegelungsflächen oder tonhaltige Erde, auf der Wasser nicht versickert). Versicherer teilen Gebäude in drei Gefährdungsklassen ein. Gefährdungsklasse zwei (SGK 2) bedeutet, dass das Gebäude auf einer Ebene oder an der unteren Hälfte eines Hangs liegt, aber nicht in der Nähe eines Bachs [6]. Das trifft auf 14,5 Mio. Adressen in Deutschland zu (65,7 %) [10]. Nur 11,8 % der Adressen (2,6. Mio.) gehören zur höchsten Gefährdungsklasse (SGK 3). Sie liegen in einem Tal oder in der Nähe eines Bachs. Zu den Städten mit dem höchsten Anteil Gebäuden in dieser Klasse gehören laut GDV z.B. Wuppertal, Freiburg im Breisgau, Chemnitz, Hagen, Saarbrücken, Erfurt, Heidelberg, Aachen, aber auch Stuttgart, Bremen und Kassel. Die Versicherer bieten mit dem Hochwasser-Check ein Online-Tool für eine grobe Einschätzung der Gefährdung einer Adresse. Auch die Bundesländer stellen, z.B. unter den Stichworten Hochwasser-App (NRW), Sturzflutgefahrenkarten (Rheinland-Pfalz) oder Starkregen- und Überflutungsgefahren (Berlin), zusätzlich detaillierte Karten zur Verfügung, um die zu erwartenden Überschwemmungsflächen auf Grundstücken zu visualisieren und in Zukunft auch bauliche Geländeveränderungen hydrologisch zu simulieren.

Screenshot Hochwasser-App aus Hochwasser-App von Nordrhein-Westfalen
Hochwasser-App von Nordrhein-Westfalen mit der Adresse der Effertz Tore GmbH.

Ab einer Niederschlagsmenge von 40 l/m2 in einer Stunde oder 60 l/m2 in sechs Stunden spricht man von extrem heftigem Starkregen. In den meisten Orten Deutschlands spricht man bei einer Niederschlagsmenge von 50 l/m2 von einem 100-jährlichen Hochwasser. Statistisch gesehen erlebt heute schon jedes Gebäude innerhalb einer Lebensdauer von 50 Jahren mindestens ein solches Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von 40%. Für Stadtplaner, Firmen und Immobilieneigentümer wird deshalb die Frage immer drängender, wie sich Gebäude und Städte gegen die Folgen von Stark‑ und Dauerregen wappnen lassen.

Warnstufen für Starkregen nach dem Deutschen Wetterdienst (DWD) [7]

Warnstufen in 1 h in 6 h
Starkregen 12‑15 l/m² 20‑35 l/m²
Heftiger Starkregen 25‑40 l/m² 35‑60 l/m²
Extrem heftiger Starkregen > 40 l/m² > 60 l/m²

Warnstufen für Dauerregen nach dem Deutschen Wetterdienst (DWD) [7]

Warnstufen in 12 h in 24 h in 48 h in 72 h
Dauerregen 25‑40 l/m² 20‑50 l/m² 40‑60 l/m² 60‑90 l/m²
Ergiebiger Dauerregen 40‑70 l/m² 50‑80 l/m² 60‑90 l/m² 90‑120 l/m²
Extrem ergiebiger Dauerregen > 70 l/m² > 80 l/m² > 90 l/m² > 120 l/m²

„Baulicher Schutz vor Hochwasser und Starkregen ist unabdingbar“,

sagt Georg Johann, Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrums in Köln, im Naturgefahrenreport 2024 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) [5]. Bauwerke wie Rückhaltebecken, Entwässerungsnetze oder spezielle Hochwasserschutztore müssen so dimensioniert sein, dass sie den jeweiligen Maximalbelastungen standhalten. Die Warnstufen geben klare Vorgaben für die erforderliche Speicherkapazität, Durchflussrate und strukturelle Belastbarkeit.

Starkregenereignisse hängen jedoch an Gewitterzellen, deren genauer Verlauf nur schwer vorherzusagen ist. Deshalb ist ein adaptives System, das automatisch auf sich anstauendes Wasser reagiert, eine ideale Möglichkeit, um Gebäudeöffnungen vor eindringenden Wassermassen zu schützen. Als Hersteller von Spezialtoren hat Effertz dafür schon vor über 10 Jahren das Hochwasserschutztor Hydrowall® entwickelt und kontinuierlich weiter verbessert. Die Dichtung ist für eine Stauhöhe von bis zu 1 m Wasserhöhe zertifiziert. Der Europaverband Hochwasserschutz e.V. hat dafür die höchsten Dichtigkeitsklasse (Klasse 1, < 0,01 l/min/m2) vergeben.

Mit Fortschreiten des Klimawandels werden Intensität und Häufigkeit von Regenereignissen weiter zunehmen. Ein Baustein in einer ganzheitlichen Schutzstrategie können Hochwasserschutztore sein, die Gebäudeöffnungen bei plötzlichem Starkregen automatisch abdichten. Insbesondere bei Bestandsgebäuden ist dies eine Maßnahme von vergleichsweise geringem Aufwand, um Menschen, Anlagen- und Sachwerte zu schützen.

[1]        Unwetter: Wie gefährlich ist Starkregen für dein Zuhause? | Studio Q, (18. Juli 2025). [Online Video]. Verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=2I0HRRPL5u8

[2]        S. Mohr u. a., „CEDIM Forensic Disaster Analysis Group (FDA): Außergewöhnliche Niederschläge und Hochwasser in Süddeutschland im Juni 2024“, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 2024. doi: 10.5445/IR/1000171441.

[3]        P. Hild, „Beim Starkregen in Mönchengladbach hatte die Feuerwehr zahlreiche Einsätze abzuarbeiten.“, WDR. Zugegriffen: 23. September 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/bilanz-starkregen-moenchengladbach-feuerwehr-schulen-100.html

[4]        „Das Unwetter im Münsterland“. Zugegriffen: 23. September 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/uebersicht-hochwasser-muenster-100.html

[5]        „Naturgefahrenreport 2024“. [Online]. Verfügbar unter: https://www.gdv.de/resource/blob/183526/d871a7bed27d5c99e20ab387ee393370/naturgefahrenreport-2024-download-data.pdf

[6]        O. Burghoff, K. Jarosch, und J. Schult, „Naturgefahrenreport 2021“, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., Wilhelmstraße 43 / 43G · 10117 Berlin, Sep. 2021. [Online]. Verfügbar unter: https://www.gdv.de/resource/blob/71294/ebaad3ff1563be2b92e0dd0ce4c0751c/download-naturgefahren-report-data.pdf

[7]        Deutscher Wetterdienst, „Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Warnungen aktuell – Warnkriterien“, Deutscher Wetterdienst. Zugegriffen: 26. September 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_aktuell/kriterien/warnkriterien.html